„Diese Serie der Süddeutschen Zeitung zur Jahrtausendwende, war der Anlass überhaupt, zunächst nur stichpunktartig, danach immer umfangreicher, Aufzeichnungen aus Beiträgen unterschiedlichster Publikationen zu einem Buch zusammen zu fassen.“
„Die Gegenwart, die doch eigentlich immer nur einen Augenblick beinhaltet, ist hier als ein Versuch zu werten, den gegenwärtigen Zustand unseres Planeten, aus der Sicht der Menschen zu beschreiben...“
„Angesichts der weltweiten Umweltschäden, die ja pro Einwohner in der Wohlstandsgesellschaft immer noch weitaus höher liegen, als in der zweiten und dritten Welt, muss ein Umdenken erzwungen werden, dass sowohl durch politische Entscheidungen, als auch durch Aufklärung und Erziehung bewirkt wird.“
„Es stellt sich die Frage: Warum? Warum tut sich ein Erwachsener, dessen Geltungsbedarf doch sicherlich nicht mehr so unmittelbar ist, die Mühe an, über einen so langen Zeitraum hinweg, all das zusammen zu tragen, das ihn geistig beschäftigte, anregte, bewegte, beeinflußte und es, zu allem Überfluss, auch noch zu Buche zu bringen.“
„Warum tut ein Erwachsener so etwas, angesichts der Erkenntnis, dass das Leben eine mühselige und letztendlich vielleicht doch eine total sinnlose Angelegenheit ist?“
„Nun, man wird es kaum glauben, aber dafür gibt es gute Gründe.“
„Harold Bloom, 70, ist wahrscheinlich der gefräßigste Leser der Welt und einer der schärfsten Kritiker seiner Zeit. Sein Westlicher Kanon umfasst eine Leseliste mit Texten aus drei Jahrtausenden und in mehr als einem Dutzend Sprachen. In seinem Buch The Anxiety of Influence sieht er Literatur als Agon, als ödipales Ringen der jüngeren Schriftsteller mit den älteren, woraus, zum Besten der Leser, wieder Literatur entsteht.“ (Das Interview mit Harold Bloom führte Willi Winkler.)
„Was für ein Buch! Mit einmaligem Lesen ist es gewiss nicht getan. [...] Politik der Freundschaft ist eines der zuletzt eher seltenen Bücher von Jacques Derrida. . .“ (H.-D. Gondek in SZ-Literatur v. 19./20. August 2000)
„Das Erdbeben der Epoche - Philosophieren als Abschied von der Philosophie: Vor hundert Jahren starb Friedrichch Nietzsche in Weimar.“ (Klaus Podak in SZ am Wochenende v. 26./27. August 2000)
Schwarze Löcher sind wohl die bizarrsten Objekte der Astrophysik. Es handelt sich um besonders kompakte Objekte, die so dicht sind, dass ab einem bestimmten Abstand, dem Ereignishorizont, nicht einmal das Licht ihnen zu entkommen vermag, was ihnen letztendlich den Namen gab. Das ist aber nur eine ihrer seltsamen Eigenschaften. Vieles spricht für die Existenz von Schwarzen Löchern, aber ein endgültiger Beweis steht noch aus! Längst haben sie den Bereich der Science-Fiction verlassen und sind im Weltbild der modernen Physik nicht mehr wegzudenken. Die theoretische Astrophysik benötigt solche kompakten Objekte, weil sie sonst in ernsthafte Erklärungsnöte gerät.
Autor und Leser verbindet dasselbe wie Künstler und Publikum: das Interesse an etwas Schönem. Das Schöne, was ich auf meinen Internetseiten näher bringen und verständlich machen möchte, ist die Natur, besonders die Natur über uns, am Himmel. Es ist nicht nur eine äussere, rein kontemplative Schönheit, die sich in gelungener Farbgebung und Form auszeichnet, sondern auch eine innere Schönheit, die sich in einer faszinierenden Ordnung und Regelmäßigkeit manifestiert. Ein Wissen um die innere Schönheit verstärkt die äussere Schönheit und verleiht Ehrfurcht und Demut vor der Natur.
AnMü
„... Trotzdem war man durchaus geneigt den rumänischen Historikern zu glauben, daß die Existenz des rumänischen Volkes auf dem heutigen Territorium Rumäniens, auf die Romanisierung der ursprünglich vor der römischen Eroberung Anfang des 2. Jahrhunderts durch Kaiser Trajan hier lebenden dakischen Bevölkerung zurückzuführen ist.
Daß die Autoren der vorliegenden Arbeit genau diesen Legitimitätsanspruch rumänischer Lesart in Frage stellen, ist angesichts der stets gehegten ungarischen territorialen Ansprüche auf Siebenbürgen und Szeklerland weiter nicht verwunderlich, wenn auch nicht unbedingt zeitgemäß, da beide Länder, eher früher denn später, in der Europäischen Union aufgehen werden.
Die Argumente aber mit denen sie dazu hier zu Felde ziehen, sind von fast erdrückender Glaubwürdigkeit und veranlaßten mich, sie hier zu veröffentlichen.“
Die Geschichtswissenschaft der heute mit den Ungarn im Karpatenbecken zusammenlebenden slawischen und rumänischen Völker, setzt in der Anonymus-Frage bislang nicht die Methoden der Quellenkritik ein. In unserem Jahrhundert tat sie im Gegenteil sogar noch einen Schritt zurück: sie betrachtet den Autor der Gesta als „Kronzeugen“, der über die Ereignisse an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert mit der Glaubwürdigkeit eines Kriegsberichterstatters oder eines Kriegstagebuchs berichtet hätte und hält seine „Objektivität“ als ungarischer königlicher notarius für unbezweifelbar. Die heutige rumänische Geschichtsforschung interpretiert die, von Anonymus und seinem Kodexkopisten, aus verstümmelten Dorfnamen erdichteten Oberhäupter, wie „Gelu“ (Gyalu), Ménmarót (Marót) und Glad (Galád), samt ihren Taten, als „Vaterlandsverteidigungs“-Kampf des rumänischen Volkes und betrachtet ihre angeblichen Herrschaftsgebiete, als „feudale rumänische Woiwodschaften“ (voievodate). Eine Annäherung der Ansichten, ein Kompromiß ist unmöglich, solange die Geschichtsforschung von nationalstaatlichen Gesichtspunkten beherrscht wird. Vertrauen verdienende zeitgleiche Angaben über die tatsächliche Geschichte der Ungarn im 9.–11. Jahrhundert, sind in orientalischen (vorderasiatisch- und spanisch-arabischen, persischen), in westlichen (lateinischen aus Italien, Deutschland und Frankreich) sowie in byzantinischen (griechischen) Quellen überliefert. In ihnen ist über die bei Anonymus vorkommenden Personen und Ereignisse nicht oder nicht zur Landnahmezeit die Rede. Auch die älteste Erinnerung aus Ungarn, die aus der Gesta Ungarorum, der ältesten Chronik aus der Zeit des hl. Ladislaus übernommene Geschichte, stimmt mit der Landnahmegeschichte des Anonymus nicht überein, die auf die verlorene, in den 1060er Jahren geschriebene Urgesta zurückgeht.
„Die Kirche stand dort und sah das Kriegswüten des Jahres 1848; sie stand dort wachsam Tag und Nacht und beim Ausbruch einer Gefahr, beim Aufzüngeln einer Flamme rief sie sofort mit ihren wimmernden Glockentönen für die Gefährdeten um Hilfe. Mit welchem Schmerz und Schreck mögen auch an jenem dritten Pfingsttage der Neuzeit ihre Glockenschläge über die Gemeinde hingeschrien haben, als ein solches Schadenfeuer in der Altgasse abermals ganze Häuserreihen in Asche legte. Und während das Gotteshaus dort stand, außenhin wachsam nach allen Seiten, wachte in seinem Inneren, im einfachen Tabernakel, Tag und Nacht derjenige, zu dessen Ehre es erbaut war. Wie viel Gnade mag von ihm über die Gemeinde ausgegangen, in seinem Namen wie viel Gnade durch diese Kirche vermittelt worden sein? Wie viel Belehrung, Aneiferung und Trost mag sie im Verlaufe der Zeiten ihren Kindern geboten haben? Wohl an 30.000 Menschenseelen hat sie die Taufgnade vermittelt, an 10.000 Paare mit den rosigsten Lebenshoffnungen von ihrem Traualtare entlassen und für nahezu 30.000 Menschen, nachdem deren größerer Teil die Kleinlichkeit alles Erdenringens und Strebens einsehen gelernt, die Sterbegebete gesprochen. Diese Kirche auf ihrer Anhöhe dort, sie ist wirklich das Mutterhaus der Gemeinde, innigst verknüpft mit allen Schicksalen derselben und verdient die Liebe seiner Kinder!“
Der Frieden von Karlowitz Anfang 1699 schloß den anderthalb Jahrzehnte dauernden türkischen Krieg damit ab, daß er dem Fürstentum einen Platz unmittelbar unter der Reichsregierung im Verband des Habsburgerreiches zuwies. „Sine nobis, de nobis – ohne uns entschied man über uns“, so formulierte es Franz (Ferenc) II. Rákóczi in seinem Manifest an die Völker der Welt vom 7. Juni 1703, daß die Habsburger und die osmanische Macht ohne Einbeziehung der diplomatischen Vertreter Ungarns und des Fürstentums über Siebenbürgen entschieden hatten. (Seite 181)
Die vielsprachigen Bewohner Siebenbürgens hatten im täglichen Umgang miteinander keine Verständigungsschwierigkeiten. Die aktuellen Tendenzen zur Spracherneuerung innerhalb der muttersprachlichen Kultur wiesen in Richtung eines mehrsprachigen, aber in seiner Terminologie einheitlichen Landes. Ihr Wert für die europäische Kultur der Zukunft kann aber erst auf dem heutigen Kenntnisstand, vom seither leider eingetretenen Verlust einer derartigen Vielsprachigkeit, gebührend eingeschätzt werden. Siebenbürgen hätte sich zur Schweiz der östlichen Randgebiete Mitteleuropas entwickeln können, wenn das Land nicht gezwungen worden wäre, andere, seinen spezifischen Traditionen weniger entsprechende Wege, einzuschlagen. (Seite 210)
Durch den Frieden von Sathmar (1711) hat sich der 1690 begonnene Integrationsprozeß im Habsburgerreich verstärkt. [...] Das geschwächte Osmanische Reich konnte in den 1710er Jahren, in einem neuerlichen Krieg, noch einmal geschlagen werden. Für Siebenbürgen war das insofern von Bedeutung, als daß das Banat und der westliche Teil der Walachei, Oltenien, dadurch erobert werden konnten, allerdings ging Oltenien in den 30er Jahren wiederum verloren. (Seite 5)
Während sich also die ungarische Bewegung, gestützt auf ihre gesellschaftliche Überlegenheit, die Hegemonie sichern wollte, beabsichtigte die rumänische Bewegung dasselbe unter Berufung auf das zahlenmäßige Übergewicht ihres Volkes. Die eigene innere Schwäche – unterschiedlicher Natur – versuchten beide Seiten durch eine rasche Sicherung politischer Positionen auszugleichen und gefährdeten gerade damit das proklamierte Fernziel einer Harmonie der Nationen. (Seite 117)
Es muß in der Folgezeit zu schweren Enttäuschungen gekommen sein wenn man im Siebenbürgischen Erzgebirge später sang, daß Iancu und Bem gemeinsam gekämpft haben. Die Reflektion von Enttäuschungen und Lehren, die blitzartige Erkenntnis neuer Möglichkeiten, machten es auch unumgänglich, daß – trotz der tragischen Entfremdung durch Bürgerkriegsverluste und -opfer – die späteren Träger der nationalen Freiheitsbestrebungen, im gemeinsamen Bemühen, die Elemente, einer für die zusammenlebenden Völker und Nationen gleicherweise annehmbaren Lösung, „der siebenbürgischen Frage“ suchten. (Seite 157)
Auf die schwerste Erschütterung in der drei Jahrhunderte alten Geschichte des [Habsburger-] Reiches folgte Ende Sommer 1849 für den Kaiserhof eine überaus günstige Konstellation: Die niedergeschlagene Revolution lieferte bereits den entscheidenden Anstoß für die bürgerliche Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft... (Seite 11)
Siebenbürgen hat auch nach 1918 große Prüfungen erleben müssen, vielleicht größere als je im Laufe seiner Geschichte. Kriege, Machtwechsel, wirtschaftlich-gesellschaftliche Umgestaltungen und politische Erschütterungen beeinflußten das Leben seiner Völker. Wir sind überzeugt, daß Siebenbürgen als besondere ethnische und kulturelle Einheit auch heute eine hervorgehobene, beispielhafte Rolle nicht nur bei der Gestaltung der Beziehungen zwischen Rumänien und Ungarn, sondern auch bei der Entwicklung der Region Ostmitteleuropa spielen kann, wenn den tatsächlichen Interessen der hier lebenden Völker, der Demokratie und den international anerkannten Normen der Menschen- und Gemeinschaftsrechte Geltung verschafft wird. Nach 1945 kam es in Rumänien und den es umgebenden Ländern zu einem grundsätzlichen Wandel, der die Hoffnung erweckte, nach so vielen Zwistigkeiten werde das Zusammenleben der siebenbürgischen Völker von Gleichberechtigung, gemeinsamen Interessen und der Achtung der individuellen wie kollektiven Rechte geprägt werden. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt; die Gründe dafür muß eine Untersuchung der rumänischen und internationalen Entwicklung ergeben, die hier – wie im Vorwort des Bandes erläutert wurde – nicht durchgeführt werden konnte. (Seite 225)